BMI above 40 treatment options

  • Ernährungsberatung: Sie können eine Überweisung für eine Ernährungsberatung oder Diätassistenz erhalten, um eine auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Ernährungsberatung und Mahlzeitenplanung zu erhalten. Bei einem BMI über 30 kann Ihre Krankenkasse die Kosten für die Ernährungsberatung teilweise erstatten.
  • Sportprogramme: Ihr Arzt oder Ihre Ärztin können Ihnen spezielle Bewegungsprogramme empfehlen oder Sie an eine physiotherapeutische Praxis verweisen. Ab einem BMI von 30 kann Ihre Krankenkasse die Kosten für ein Bewegungsprogramm teilweise erstatten.
  • Überweisung an Spezialist:innen: Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kann Sie an Endokrinolog:innen für hormonelle Probleme oder Gastroenterolog:innen für Verdauungsprobleme überweisen.
  • Verhaltenstherapie: Sie können auch eine Beratung oder Therapie in Anspruch nehmen, um Ihr Essverhalten und emotionale Aspekte im Zusammenhang mit dem Gewichtsmanagement zu behandeln. Wenn Sie auch an einer diagnostizierten psychischen Erkrankung leiden, ist eine Kostenübernahme durch Ihre Krankenkasse möglich. 
  • Adipositas-Kur: Wenn Sie einen BMI von mindestens 30 und damit verbundene (drohende) Nebenerkrankungen haben, können Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über eine Adipositas-Kur sprechen. Diese kann von Ihrer Krankenkasse unter bestimmten Umständen erstattet werden.
  • Medikamente oder Operation: Ab einem BMI von 30 könnten Ihr Arzt oder Ihre Ärztin erwägen, Ihnen Medikamente zur Gewichtsabnahme zu verschreiben, die den Appetit oder die Fettaufnahme verringern. Ab einem BMI von mindestens 40 könnte Ihr Arzt oder Ihre Ärztin mit Ihnen über eine bariatrische Operation sprechen (wie Magenbypass oder Sleeve-Gastrektomie.

Bariatrische Operation

Eine bariatrische Operation (auch Adipositaschirurgie genannt) ist das letzte Mittel, wenn andere Behandlungsmöglichkeiten keinen Erfolg hatten. Eine bariatrische Operation kann nicht nur bei der Gewichtsabnahme helfen, sondern auch direkt bei der Behandlung von Diabetes. Laut Leitlinien kann sie bei Menschen mit schweren Begleiterkrankungen (wie Diabetes) ab einem BMI von 35 oder mehr und bei Menschen ohne Begleiterkrankungen ab einem BMI von 40 oder mehr in Erwägung gezogen werden.

Es ist jedoch wichtig, daran zu denken, dass ein chirurgischer Eingriff niemals als schnelle Lösung für die Adipositas angesehen werden sollte. Zunächst muss eine Umstellung der Ernährung und des Lebensstils mit einer angemessenen Psychotherapie versucht werden, die auch nach der Operation fortgesetzt werden muss. Dies liegt auch daran, dass eine mangelnde Einhaltung der Ernährungs- und Lebensstiländerungen nach dem Eingriff zu einer erneuten Gewichtszunahme führen kann.

Bariatrische Operationen lassen sich grob in restriktive und malabsorptive Verfahren unterteilen, wobei es erhebliche Überschneidungen gibt.

  • Restriktive Verfahren verringern das Volumen des Magens und damit die Menge der aufgenommenen Nahrung, um eine Gewichtsabnahme zu erreichen.
  • Malabsorptive Verfahren schränken die Aufnahme von Nährstoffen durch Umgehung eines Teils des Dünndarms ein. Rein malabsorptive Operationen werden jedoch nur selten durchgeführt.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, wenn eine bariatrische Operation für Sie in Frage kommt. Außerdem gibt es für jedes Verfahren bestimmte Indikationen und Kontraindikationen, die im ärztlichen Beratungsgespräch sorgfältig geprüft werden, bevor entschieden wird, welches Verfahren für Sie geeignet ist.

Beispiele für bariatrische Operationen:

Laparoskopischer Roux-en-Y-Magenbypass (restriktiv und malabsorptiv)

Der Magen wird abgeklemmt, um einen kleinen Beutel zu bilden (~20–30 ml Volumen).

Ein Teil des Dünndarms (das so genannte Jejunum) wird umgeleitet und direkt mit dem Magenbeutel verbunden. Dies führt dazu, dass die Nahrung den größten Teil des Magens und den ersten Teil des Dünndarms umgeht (der Rest des Magens wird nicht entfernt, sondern nur umgangen).

Laparoskopisches verstellbares Magenband (restriktives Verfahren)

Bei diesem Verfahren wird ein aufblasbares, verstellbares Band am oberen Teil des Magens angebracht und so eine kleine Magentasche von etwa 15 ml gebildet. Das eingelegte Band kann durch Hinzufügen oder Entfernen von Kochsalzlösung verstellt werden. Die Einstellungen können über einen subkutan (unter der Haut), in der vorderen Bauchwand platzierten Port vorgenommen werden.

Das Verfahren kann rückgängig gemacht werden, indem das Band und das dazugehörige Gerät entfernt werden.

Laparoskopische Sleeve-Gastrektomie (restriktives Verfahren)

Bei diesem Verfahren wird ein großer Teil des Magens entfernt, wodurch der Magen auf einen engen Schlauch reduziert wird, der nur noch etwa 15–20 % seiner ursprünglichen Größe hat.

Diese Operation kann bei Bedarf noch mit einem Magenbypass (z. B. Roux-en-Y) kombiniert werden.

Gut zu wissen:

Das “Hungerhormon” Ghrelin wird vor allem von einem Teil des Mages produziert, der bei einer Sleeve-Gastrektomie entfernt wird. Folglich ist der Appetit nach diesem Eingriff reduziert.

Eine laparoskopische Operation ist eine Form der minimalinvasiven Chirurgie. Das bedeutet, dass man nicht den ganzen Bauch aufschneidet, sondern nur kleine Schnitte macht. Durch diese werden die Operationsinstrumente in den Bauch eingeführt. Das Laparoskop ist ein Spezialinstrument dafür. Es hat Kamera, Schneide- und Greifwerkzeuge.

Alle bariatrischen Operationen sind mit einem Risiko für postoperativen Komplikationen verbunden. Je nach Operationstechnik können andere Komplikationen auftreten. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird diese gründlich mit Ihnen besprechen, bevor eine Entscheidung getroffen wird.

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