- Digitale Gesundheitsanwendungen: Es gibt sogenannte Digitale Gesundheitsanwendungen, die Ihnen helfen, Ihr Gewicht zu kontrollieren. Sie können von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin verschrieben werden und werden von den gesetzlichen Krankenkassen voll erstattet. Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie mehr erfahren möchten.
- Ernährungsberatung: Sie können eine Überweisung für eine Ernährungsberatung oder Diätassistenz erhalten, um eine auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Ernährungsberatung und Mahlzeitenplanung zu erhalten. Bei einem BMI über 30 kann Ihre Krankenkasse die Kosten für die Ernährungsberatung teilweise erstatten.
- Sportprogramme: Ihr Arzt oder Ihre Ärztin können Ihnen spezielle Bewegungsprogramme empfehlen oder Sie an eine physiotherapeutische Praxis verweisen. Ab einem BMI von 30 kann Ihre Krankenkasse die Kosten für ein Bewegungsprogramm teilweise erstatten.
- Überweisung an Spezialist:innen: Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kann Sie an Endokrinolog:innen für hormonelle Probleme oder Gastroenterolog:innen für Verdauungsprobleme überweisen.
- Verhaltenstherapie: Sie können auch eine Beratung oder Therapie in Anspruch nehmen, um Ihr Essverhalten und emotionale Aspekte im Zusammenhang mit dem Gewichtsmanagement zu behandeln. Wenn Sie auch an einer diagnostizierten psychischen Erkrankung leiden, ist eine Kostenübernahme durch Ihre Krankenkasse möglich.
- Adipositas-Kur: Wenn Sie einen BMI von mindestens 30 und damit verbundene (drohende) Nebenerkrankungen haben, können Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über eine Adipositas-Kur sprechen. Diese kann von Ihrer Krankenkasse unter bestimmten Umständen erstattet werden.
- Medikamente oder Operation: Ab einem BMI von 30 könnten Ihr Arzt oder Ihre Ärztin erwägen, Ihnen Medikamente zur Gewichtsabnahme zu verschreiben, die den Appetit oder die Fettaufnahme. Ab einem BMI von mindestens 35 in Verbindung schweren Begleiterkrankungen könnte Ihr Arzt oder Ihre Ärztin mit Ihnen über eine bariatrische Operation sprechen (wie Magenbypass oder Sleeve-Gastrektomie).
Behandlung mit Medikamenten zur Gewichtsreduktion
Bei Personen mit einem BMI von mindestens 30 unterstützen die Leitlinien den Einsatz von Medikamenten zur Gewichtsreduktion zusätzlich zu Diät und Lebensstiländerungen. Medikamente zur Gewichtsabnahme ersetzen jedoch keine Diät und keine Änderung des Lebensstils, sondern sollen in Kombination mit diesen eingesetzt werden.
Im Allgemeinen gilt ein Medikament zur Gewichtsabnahme als erfolgreich, wenn es nach drei Monaten zu einem Gewichtsverlust von mindestens 5 % des Gesamtgewichts führt.
Die im Folgenden gelisteten Medikamente sind die laut der Deutschen Adipositas Gesellschaft für die Behandlung von Adipositas in Deutschland zugelassenen Medikamente. Diese Informationen finden Sie hier (zuletzt abgerufen am 28.10.2024) und hier (zuletzt abgerufen am 28.10.2024).
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, wenn Sie ein Medikament zur Gewichtsabnahme zu Ihrer derzeitigen Routine hinzufügen möchten. Es wird festgestellt, ob Sie von einem der folgenden Medikamente profitieren können und ob es Gegenanzeigen für deren Anwendung gibt.
GLP-1-Rezeptor-Agonisten
GLP-1-Rezeptor-Agonisten (so genannte Inkretin-Mimetika) sind eine Klasse von Antidiabetika, die an den Glucagon-like-Peptid-1 (GLP-1)-Rezeptor binden. Sie ahmen im Wesentlichen Inkretine nach. Inkretine sind Hormone, die der menschliche Körper auf natürliche Weise produziert. Sie haben mehrere Wirkungen auf den Körper: Sie erhöhen die Insulinausschüttung nach der Nahrungsaufnahme, verringern die Freisetzung des Hormons Glucagon, verzögern die Magenentleerung, erhöhen das Sättigungsgefühl und verringern den Appetit. Daher sind sie in der Lage, eine Gewichtsabnahme zu bewirken.
Erwünschte Wirkungseffekte:
- Verbesserung des glykämischen Profils (Stabilisierung des Blutzuckerspiegels)
- Gewichtsabnahme
Mögliche Nebenwirkungen (unvollständig):
- vor allem gastrointestinal: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Ileus (Darmverschluss), Gastroparese (verzögerte Magenentleerung, die nicht auf eine Obstruktion zurückzuführen ist)
- erhöhtes Risiko für Bauchspeicheldrüsenentzündung
Orlistat
Orlistat gehört zu der Klasse von Arzneimitteln, die als „Lipasehemmer“ bekannt sind. Dieses Medikament hemmt Enzyme aus dem Magen und der Bauchspeicheldrüse, die für den Fettabbau benötigt werden. Der Körper scheidet dann den Großteil des Fetts in der Nahrung unverdaut aus. Das führt zu einer Gewichtsabnahme.
Mögliche Nebenwirkungen (unvollständig):
- Bauchschmerzen
- erhöhter Stuhldrang
- Stuhlinkontinenz (unwillkürlicher Stuhlgang)
- Steatorrhoe (öliger, übelriechender Stuhl, auch “Fettstuhl” genannt)
- schlechtere Aufnahme fettlöslicher Vitamine
Naltrexon/Bupropion
Bei dieser Behandlung werden zwei Wirkstoffe kombiniert. Naltrexon ist ein Opioidrezeptor-Antagonist, der zur Behandlung von Alkohol- und Opioidabhängigkeit eingesetzt wird. Bupropion ist ein Antidepressivum, das zur Behandlung von Depressionen und zur Unterstützung der Raucherentwöhnung eingesetzt wird. In Kombination führen diese Wirkstoffe zu einer Unterdrückung des Appetits und folglich zu einer Gewichtsabnahme.
Mögliche Nebenwirkungen (unvollständig):
- Übelkeit
- Kopfschmerzen
- Verstopfung
- Selbstmordrisiko
- Blutdruckanstieg